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18.04.23

Silent Inflammation

Silent Inflammation

Sie haben den Begriff "Silent Inflammation" schon mal gehört? 
Das könnte daran liegen, dass dieser Begriff im Zuge von Corona und Post-Covid-Erkrankungen vielfach verwendet wird. 
Eine stille Entzündung heißt so, weil sie meist unbemerkt bleibt, bis massive körperliche Probleme auftreten, deren Ursachen dann genauso im Dunkeln bleiben. Denn im Gegensatz zur "normalen" Entzündung gibt es keine Rötungen, Schwellungen, Schmerzen oder Fieber und auch die bei einem herkömmlichen Bluttest gemessenen Entzündungsmarker sind nur leicht erhöht.
Das liegt daran, dass bei einer stillen Entzündung der entzündungsfördernde (pro-inflammatorische) Reiz anhält: 
Jede Entzündung verlangt eine anti-entzündliche Gegenreaktion, damit es nicht zu überschießenden Immunreaktionen kommt. Ist also zum Beispiel ein Infekt überstanden, wirken den pro-inflammatorischen Mechanismen anti-inflammatorische Faktoren entgegen, die anschließend auf ihr Ausgangsniveau zurückkehren. Das passiert bei einer stillen Entzündung nicht, denn der pro-inflammatorische Zweig des Immunsystems fordert ständig eine anti-entzündliche Gegenreaktion. Unser Immunsystem arbeitet somit permanent intensiv daran, den Entzündungsprozess klein zu halten, ist auf Dauer jedoch so überfordert damit, dass freie Radikale Überhand nehmen und unsere Zellen schädigen. 
Anfangs merken Sie vielleicht nur, dass Ihnen Energie fehlt, Sie sich abgeschlagen und müde fühlen, dass Sie häufiger krank sind, kleine Wunden plötzlich nicht mehr richtig heilen oder weil Sie bestimmte Nahrungsmittel nicht mehr wie sonst vertragen und mit Bauch- oder Kopfschmerzen reagieren. Letztendlich kann die Silent Inflammation aber zu schwerwiegenden Krankheiten führen wie Schlafstörungen, chronischen Kopf-, Muskel- und Gelenkschmerzen, rezidivierenden (wiederkehrende) Infekten, Arteriosklerose, Asthma, Diabetes, Depressionen, CFS (dem Chronic Fatique Syndrom), chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, Parkinson, Multipler Sklerose und Rheuma - um nur ein paar zu nennen.


Was sind die Ursachen für eine Silent Inflammation?
Wie so oft kommt hier einiges in Betracht und meist ist es eine Kombination verschiedener Faktoren. Beispielsweise Stress, Übergewicht, Umweltgifte wie Abgase oder Zigarettenrauch, übermäßiger Alkoholkonsum, Schwermetallbelastungen (z.B. Amalgam-Füllungen in Zähnen), Infektionen (wie eben auch Corona) oder ein angegriffener Darm (z.B. Leaky Gut Syndrom) können der Auslöser sein. 


Wie kann ich meinem Immunsystem helfen, aus diesem Teufelskreis auszubrechen?
Wieder einmal geht es nicht ohne Ihr Zutun. Einfach eine verschreibungspflichtige Pille mit all ihren Nebenwirkungen einzuwerfen, ist leider nicht die Lösung. Vermeiden Sie zu viel Fleisch, Weizenprodukte, Süßigkeiten und Transfettsäuren (das sind industriell veränderte Fette, die sich gerne in Fastfood, Margarine und Backwaren verstecken, zu identifizieren über die Zutatenliste unter "gehärtet" oder "teilweise gehärtet"). Tägliche Bewegung - noch besser Sport - an der frischen Luft ist ebenfalls sehr wichtig und senkt alleine schon über eine Gewichtsabnahme die Entzündungsparameter (körpereigenes Bauchfett produziert tatsächlich entzündungsfördernde Hormone!). 
Es gibt aber auch viele Lebensmittel mit entzündungshemmenden Inhaltsstoffen, die natürlich auf den Speiseplan gehören:
  • Die Omega-3-Fettsäuren DHA und EPA in ausreichend hoher Konzentration - ab und zu mal Fisch zu essen, reicht nicht aus
  • Systemische Enzyme wie Bromelain und Papain - hier entspricht die notwendige Konzentration nicht mal im Ansatz dem, was bei Nahrungsergänzungsmitteln als Tagesdosierung empfohlen werden darf. Sie müssten dafür sehr (!!!) viele Ananas oder Papayas täglich essen...
  • Anthocyane/Bioflavonoide, das sind sekundäre Pflanzenstoffe, die z.B. in roten und blauen Beeren, Kirschen, Weintrauben, roten Zwiebeln und Rotkohl enthalten sind
  • Gewürze wie Curcuma, Ingwer und Chili 
  • Clinoptilolite binden Toxine (diese fallen auch bei Entzündungsreaktionen an) und Histamin im Verdauungstrakt und leiten diese aus dem Körper aus. Sehr effektiv auch zur Leberentgiftung! Achten Sie darauf, dass das Produkt zertifiziert ist, denn sonst laufen Sie Gefahr, dass der Stoff, den Sie einnehmen, bereits zuvor Schadstoffe aus Luft und Umgebung gebunden hat und damit für Ihren Körper völlig nutzlos ist
  • Vitamin D3 in Verbindung mit Vitamin K2, A und E sowie C ist unerlässlich für die Stärkung des Immunsystems und damit eine wichtige Unterstützung im Kampf gegen Entzündungen

Kann ich untersuchen lassen, ob bei mir eine stille Entzündung vorliegt?
Über eine Analyse Ihrer Blutprobe (Serum oder Vollblut ohne Antikoagulanzien) kann Ihr Arzt einen sogenannten Silent-Inflammation-Check im Labor in Auftrag geben. Gemessen werden hier:
  • hochsensitives CRP (C-Reaktives Protein): sensitiver Marker für subklinische Entzündungen
  • LPS-Antikörper: Marker für LPS im enterohepatischen Kreislauf
  • IDO-Aktivität (Kynurenin/Tryptophan-Ratio): Marker für einen veränderten Tryptophan-Stoffwechsel
  • Kynurenin: Marker für die Immunsuppression
  • Tryptophan: zur Ermittlung der Kynurenin/Tryptophan-Ratio als Maß für die IDO-Aktivität und zum Nachweis eines Tryptophan-Mangels